Interessantes um unsere Katzen

Die Katze im Tierheim
Die Katze in der Wohnung
Die unsaubere Katze-Erfahrungsbericht
Die Probleme mit den Streunerkatzen

 

Die Katze im Tierheim

Ein Teil unserer Vereinsarbeit besteht darin, Katzen, die aus irgendeinem Grund nicht mehr gewollt werden, bei uns im Tierheim aufzunehmen. Bei den Abgabegründen durch den Tierbesitzer steht Unsauberkeit, gefolgt von Aggression gegenüber neuen Familienmitgliedern und angebliche Allergie an vorderster Stelle.
Nach einer sorgfältigen tierärztlichen Kontrolle und Kennenlernphase durch unsere Betreuer im Tierheim versuchen wir dann  die Tiere , ihren Vorlieben und Charaktereigenschaften entsprechend, mit Katzeninteressenten bekannt zu machen.
Wird Unsauberkeit als Abgabegrund angeführt, muss zuerst eine medizinische Betrachtung des Problems erfolgen: Viele Katzen beginnen schon mit 4 – 5 Jahren – vom Besitzer unbemerkt – an Wirbelsäulen und Gelenksproblemen zu leiden. Der Gang auf die meist zu kleine Katzentoilette, die möglicherweise auch noch überdacht ist und noch mehr behindert, wird vermieden, da diese Kauerstellung um „ hineinzutreffen“ mit Schmerzen verbunden ist. Schmerzmittel bringen sehr rasche Abhilfe, gepaart mit einem deutlich größeren „Kisterl“ (die Kistendiagonale soll die doppelte Körperlänge des Tieres betragen). Oft sind es auch Harnwegsprobleme mit Harnsteinbildung, die der Katze beim Harnabsatz große Schmerzen bereiten. Nach erfolgter Harnuntersuchung bringt eine entsprechende Nahrungsumstellung rasch eine Verbesserung.
Manche Tiere leiden einfach nur an einer stressbedingten Blasenentzündung. Woher rührt aber der Stress? Meistens ist es ein Artgenosse, mit dem die Katze einfach nicht zusammenleben will und kann. Es sind fast ausschließlich Katzen aus Mehrkatzenhaushalten, die unter diesem Syndrom leiden. Mobbing ist eben auch bei Katzen modern!!
Gerüche spielen bei Katzen in der Kommunikation, ebenso wie beim Menschen, eine große Rolle. Über für den Menschen völlig geruchslose Pheromonverdampfer, die kätzische Glückshormone freisetzen, kann das Wohlbefinden und ein entspannterer Zustand wieder hergestellt und erreicht werden. Jeder Neuzugang im Katzenheim ist auch diesbezüglich eine Herausforderung für  alle Katzen und das Betreuungspersonal. Man versucht, dem augenscheinlichen Charakter der Katze entsprechend, eine passende Vergesellschaftung mit den übrigen Tieren im Katzenheim zu finden.
Stressabbauendes „Calm“ Futter bzw. diese oben erwähnten „Glückshormon-Stecker“ erleichtern den Tieren die neue Gruppensituation.
Wir haben wirklich gute Erfahrungen damit gemacht.Was heißt das aber bei der Vergabe dieser Tiere, wie finden wir den passenden neuen Besitzer bzw. wie findet der Interessent ein geeignetes Tier?Ist die Katze jetzt eigentlich eine Einzelgängerin oder nicht? Sollen die Tiere nur paarweise oder als Zweitkatze vergeben werden? Steht bei der paarweisen Vergabe nur das Interesse der vergebenden Tierschutzorganisation im Vordergrund , um 2 Tiere unterbringen zu können?
Celina del Amo, eine sehr anerkannte Haustierethologien, die im Zentrum für angewandte Kynolgie und klinische Ethologie www. Lupologic.de arbeitet, hat das kurz zusammengefasst: Das Wohlbefinden einer Katze ist nicht zwangsläufig davon abhängig, dass sie mit Sozialpartnern zusammenlebt. Vielmehr spielt die Herkunft und der Charaktertyp eine entscheidende Rolle. Sollen Tiere vergesellschaftet werden, ist streng darauf zu achten,dass sie aus einer möglichst ähnlichen ursprünglichen Herkunft kommen und in eine Haltung vermittelt werden, die ihrer alten Heimat in möglichst vielen Punkten entspricht. Katzen vom freundlich aufgeschlossenen Typ mit Sozialisation in einer Katzengruppe sind am besten für einen Mehrkatzenhaushalt geeignet.
Diese Punkte veranschaulichen, wie schwierig es ist, Tiere mit so unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen gut zu beherbergen  und optimal weiterzuvermitteln.

 

            Die Katze in der Wohnung

Zuerst ist, vor der Anschaffung einer Katze oder mehrerer Katzen, zu klären, ob man bereit ist, in den nächsten 15-20 Jahren die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Dazu gehört auch, die  Wohnung für eine artgerechte Haltung von Katzen entsprechend zu gestalten. Das bedarf gewisser Kenntnisse über die optimale Konzeption von Lebens-, Spiel-, Schlaf- und Futterzonen für die „Indoor“ Katze. Der Mensch kann sich im Gegensatz zur Katze sein Zuhause aussuchen und so gestalten, dass es ihm gefällt und ihm gut tut. Bei reiner Wohnungshaltung muss ein besonderes Augenmerk auf die artgerechte Unterbringung und Beschäftigung gerichtet werden, denn schließlich schlägt in jeder Katze immer noch das Herz eines Jägers. Grundsätzlich sind Katzen verhältnismäßig anspruchslos, und es ist mit wenig finanziellem Aufwand leicht möglich, den Lebensraum so katzentauglich zu gestalten, dass einem entspannten und langeweilefreien Leben einer Katze in der Wohnung nichts entgegensteht.
Ausschlaggebend für das erfüllte Leben einer Katze in reiner Wohnungshaltung sind folgende Punkte:
1. die Größe und Gestaltung der für die Katze aktiv nutzbaren Wohnfläche
2. die Möglichkeit zu uneingeschränktem Rückzug
3. anregende Umgebung mit Beschäftigungsangeboten
4. Vorbeugung vor Gefahren
5. Spiel- und Schmusezeit mit ihrer Bezugsperson

Je mehr Fläche der oder den Katzen zur Verfügung steht, umso wohler fühlen sich die Tiere, da sie ihrer Revieraufteilung leichter nachkommen können. In einem Mehrkatzenhaushalt sollte die Anzahl der Katzen stets geringer sein als die Anzahl der zur Verfügung stehenden Zimmer. Da junge gesunde Katzen gerne klettern, soll auch die 3. Dimension (Höhe) mit in die Wohnraumgestaltung miteinbezogen werden. Kletter- und Laufstrecken an den Wänden werden gerne angenommen und erweitern so den Lebensraum enorm. Schlaf- bzw. Versteck- und Rückzugsplätze sollten in allen Raumhöhen angeboten werden. Für aufgeschlossene Katzen ist ein Fensterplatz ideal, denn dann können sie von oben das bunte Treiben auf der Straße, im Hof oder Garten beobachten. Sehr jagdambitionierte Katzen, die sich extrem aufregen, wenn sie draußen Vögel, Schmetterlinge oder Eich- hörnchen beobachten können, sollten jedoch keinen Aussichtsplatze am Fenster erhalten. Bitte beachten Sie aber - Fenster und Balkon bzw. Loggia sind mittels entsprechender Netze oder Gitter abzusichern.

Im Jagdeifer verlieren auch Katzen, die sonst geschickt balancieren können, schnell das Gleichgewicht und stürzen in die Tiefe.Damit Ihre Katze offen für Veränderungen bleibt, hilft es, moderate Abwechslung im Alltag zu schaffen, ab und zu einen Stuhl an einen anderen Ort zu stellen, eine Tasche auf dem Boden stehen zu lassen - bei Tragetaschen bitte unbedingt Henkel entfernen- oder einen Verpackungskarton erst nach einigen Tagen zu entsorgen. Zu viel Ordnung bringt Langeweile, ein gewisses Maß an „Chaos“ regt die Sinne an und hält flexibel. In das Katzenwohnungsinventar sollte unbedingt auch ein Katzentransportkorb mit einbezogen werden, den man als gemütlichen Rückzugsort dauerhaft zugänglich macht. Er sollte mit einer Einlage ausgestattet sein, die die Katze besonders attraktiv findet und ab und zu als Futterplatz für besondere Snacks genutzt werden. So kann der oft mit negativen Emotionen und Erfahrungen (Tierarzt) belastete Transporter mit positiven und entspannenden Gefühlen verknüpft werden. Spiel- und Schmusestunden sind von den Vorlieben der Katze abhängig zu machen, das Tier sollte nicht so lange bearbeitet werden, bis es geht oder aggressiv reagiert, passive Nähe wird bei schüchternen Tieren oft mehr geschätzt als aktive Krauleinheiten. Neben den Kuschel- und Schmusestunden sollten aber auch regelmäßige Spieleinheiten auf dem Programm stehen. Sogar Teile der Mahlzeit (Trockenfutter) können bei der interaktiven Beschäftigung in Form von Jagdspielen eingesetzt werden. Geworfene Futterstückchen müssen von der Katze vor dem Verzehr gefangen, gesucht und „überwältigt“ werden, ein richtiges Erfolgserlebnis für Ihre Katze. Beim Spiel mit jungen Katzen kann es ruhig rasant werden, das macht dann richtig Spaß.
 

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Die unsaubere Katze-Erfahrungsbericht

Liebe Frau Doktor Kernstock !

Ich wollte Ihnen schon lange meine Erfolgsstory schreiben – vielleicht als Motivation für andere Katzenbesitzer !
Sie kennen doch unsere 2 Katzen Gino (der optisch kleinere) und Tommy, der Größere. Gino haben wir ca ½ Jahr vor Tommy bekommen, er ist also der Erste. Nun kennen Sie ja bei den diversen Untersuchungen der Beiden, meine Klage, dass Tommy unsauber ist. Am liebsten hatte er den Schafwollteppich (wobei ich glaube, der Teppich hat schon einen eigenen Geruch), aber Tommy benutzte auch den Keller, bzw. die Waschküche. (Letzteres hat mir natürlich weniger berührt, ist aber auch nicht in Ordnung).  Tommy machte seine Notdurft nicht jeden Tag, aber doch so in der Woche 1-2 Mal ! Ja, eines habe ich vergessen: beide Katzen können den ganzen Tag durch eine Katzentür auch ins Freie !
Nun, alle Katzenbesitzer wissen, dass es nicht lustig ist, wenn eine Katze unsauber ist , jedes Mal, wenn ich glaubte, Tommy ist in der Nähe vom Teppich, sprang ich schon auf und schaute nach. 3 Mal ist „nichts passiert“, aber das 4. Mal ! Es war zum verzweifeln ! Tommy mied die 3 ! Katzenklos – musste  öfters sogar bei seinem Kisterl vorbeigehen ! und entdeckte eine Ecke weiter weg ! Aber ich wollte ihn auf keinen Fall hergeben – es war sogar schon so weit, dass ich zu meinem Mann sagte „Wenn du Tommy hergibst, geh ich mit ! (Ich war natürlich davon fest überzeugt, dass mich mein Mann nicht los werden wollte !
Ich nahm mir die Zeit und studierte die 2 Katzen !
Gino, der kleinere, zarte, und vor allem der Erste, war der Dominante ! Wenn er von Draußen kommt, dann macht er sich sofort im Wohnzimmer mit lauten Miaus aufmerksam: seht her, ich bin wieder da ! Natürlich wird er sofort auf den Arm genommen und gelobt ! Und Gino kann sehr laut schnurren ! Gino kann auch um sein Futter betteln, und das lauthals ! Obwohl Futter in der Schüssel ist, aber das ist offensichtlich nicht seines ! Er kann so laut schreien, dass ich ihm natürlich sein Leckerli gebe (Übrigens macht er das nur bei mir, und nicht bei meinem Mann)
Tommy, der Größere, ist der ausnehmend Stille. Wenn Tommy vom Freien kommt, merkt man/frau ihn erst viel später, wenn überhaupt. Er wandert die Stiegen rauf ins Wohnzimmer und legt sich dann in den  großen Blumentopf. Wenn ich ihn dann bemerkt habe, hat er natürlich auch seine Streicheleinheiten bekommen. Tommy bettelt nicht, sondern schaut nur. Eigenartigerweise konnte oder wollte Tommy auch nicht schnurren, wenn ich ihm auf dem Arm nahm !
So, und nun habe ich den „Spieß“ umgedreht. Meine größte Aufmerksamkeit war Tommy (musste natürlich vorsichtig sein, dass Gino nicht dabei war, und wenn, habe ich mich dann auch mit ihm beschäftigt).  Ich habe Tommy laut gelobt, habe ihm Leckerli auf dem Boden „geschossen“, damit er nachlaufen kann. Und – jedes Mal in der Früh, bevor ich ihm das Futter hingestellt habe, habe ich ihm ins Kisterl gesetzt und gestreichelt.  Die ersten Tage hat er mich verdutzt angeschaut.  Dann ist er auf einmal – nachdem ich ihn wieder einmal reingesetzt habe – tatsächlich sitzen geblieben und hat seine Notdurft verrichtet. Das Lob war natürlich im Übermaß ! Streicheln, Leckerli – na und „so ein braver Tommy“ ! Und jetzt startet er schon freiwillig nach seinem Frühstück in das Kisterl ! Sein Lob und seine Streicheleinheiten folgen natürlich ! Ich habe auch gemerkt, dass sich Tommy in seiner Art gewandelt hat ! Er ist jetzt lebendiger, miaut auch schon hie und da, wenn er kommt (ich bin da !) und schnurrt auch schon ab und zu ! Ich denke, es durfte ihn wirklich die verstärkte Zuneigung gefehlt haben ! ? Übrigens: „Rein“ ist Tommy nun seit 3 Monaten – und ich glaube, ich hab´s geschafft
Ich habe Ihnen dies deshalb geschrieben, weil ich denke, vielleicht ist es ein guter Tipp für all jene, die ähnliche Probleme haben ! Vielleicht lässt sich mein Rezept nicht vervielfachen, aber es kann für manche hilfreich sein !

Ganz liebe Grüße !
N.S: Ich habe vergessen zu schreiben, dass die 2 Katzen sehr harmonieren – Gino, der Kleine,  „schmeisst“ sich oft mit seinem Körper auf Tommy und schleckt ihn genüsslich ab – und Tommy lässt es sich gefallen !

 

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Die Probleme mit den Streunerkatzen
(siehe auch unter dem Link Verein - Geschichte)

Das Hauptaugenmerk unseres Vereins richtet sich seit jetzt gut 50 Jahren auf die Streunerkatzenproblematik. Dank unseres Vereins wurden in diesen 50Jahren ca. 10.000 Katzen kastriert, aber das Problem scheint nicht kleiner zu werden. Vergleicht man unsere Zahl an Kastrationen mit der groß vom Magistrat der Stadt Wien Veterinäramt und der Tierschutzombudsstelle Wien propagierten Zahl von 350 kastrierten Katzen in den vergangenen 3 Jahren, so kann unser Verein sehr, sehr stolz sein,  wie viel wir mit unseren bescheidenen Mitteln geholfen haben. Leider ist Hilfe an unseren Mitgeschöpfen seitens der Behörden noch immer kein wirkliches Thema, es scheinen bloß vereinzelt medial gut aufbereitete „Projekte“ zu sein.
Als bestes Beispiel eine unserer jüngsten Erfahrungen mit der Behörde betreffend Kastrationspflicht bzw. Ausnahme davon von Katzen in bäuerlicher Haltung, in Kraft getreten mit 1.1.2005. Laut Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit:
"Die Formulierung „bäuerliche Haltung" wird offenbar missverstanden. Gemeint sind damit nicht Katzen, die der Landwirt tatsächlich als Heimtier hält. Für diese Katzen gelten zweifellos dieselben Bestimmungen hinsichtlich der Tierhaltung wie für die Haltung aller anderen Katzen auch, dh. die Regelungen über Unterbringung und Pflege und insbesondere auch die Pflicht zur Kastration. Der Begriff „bäuerliche Haltung" wird vielmehr als Sammelbegriff für Katzen verwendet, die neben den oben erwähnten, keinem Halter zuzuordnen sind, wie das häufig auf bäuerlichen Betrieben vorkommt.
Ein konkreter Fall ist uns bekannt, ca. 30 unkastrierte Tiere leben am Hof, die Behörde will jetzt feststellen, ob es Heimtiere des Landwirtes sind und der Kastrationspflicht unterliegen oder nicht. Wenn ja, wird jetzt vielleicht erstmalig die Behörde aktiv werden, allerdings erst, wenn der Rechtsweg durch alle Instanzen beschritten ist. Wie viele arme, verwahrloste Tiere müssen jetzt zwischenzeitlich noch geboren werden? Selbst das Angebot unseres Vereins, die Tiere unentgeltlich zu kastrieren, wurde vom Landwirt ausgeschlagen,  unter Berufung auf den Passus „bäuerliche Haltung“ unterliegt nicht der Kastrationspflicht. Anscheinend ist es den zuständigen Stellen scheinbar kein wirkliches Anliegen, den Tieren nachhaltig zu helfen. Ein Einschreiten wird monatelang verschoben oder gar nicht in Erwägung gezogen. Der behördliche Druck wäre bestimmt effektiver, als nur das Bemühen eines Vereins. Wir lassen uns aber trotzdem nicht entmutigen und bleiben hartnäckig daran.

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